Nr. 26 - Von Shadow, Bucky und dem Puma:
Wenn einen die Vergangenheit nicht loslässt
Neulich hatte ich zwei Tiergespräche, die ich besonders spannend fand. Zwei Hunde, völlig verschieden in ihren Symptomen. Und doch mit ähnlichen Erfahrungen. Was sich gezeigt hat, erzähle ich Dir hier in anonymisierten Auszügen aus den beiden Gesprächsprotokollen.
Zwei Hunde, ein Muster
Zum einen war da - nennen wir ihn Shadow. Vermutlich ein Husky-Mix, etwa drei Jahre alt. Er kam ursprünglich aus dem Tierschutz und lebt seit gut zwei Jahren bei seiner Halterin. Er konnte seinen rechten Hinterlauf nicht richtig belasten. Kein Sturz, kein Unfall, kein erkennbarer Grund.
Und da war - nennen wir ihn Bucky. Ebenfalls ein Mischlingsrüde aus dem Tierschutz, etwa vier Jahre alt. Sein Frauchen schilderte mir die Situation so:
„Ihm geht's aktuell nicht gut. Er hechelt stark und das fast den ganzen Tag und ist total unruhig. Vor allem abends ist es ganz schlimm, da kommt er nicht zur Ruhe und klebt am Bein. Auch schaut er oft nach hinten zu seinem Popo und schreckt manchmal auch panisch hoch. Diese Verhaltensweisen hat er leider, seit wir ihn haben."
Beide Familien hatten schon vieles probiert – Tierarzt, Physiotherapie, Chiropraktik, Energetik... Bei Bucky war es zwischenzeitlich deutlich besser geworden, hatte sich in letzter Zeit aber wieder ohne erkennbare Ursache verschlechtert.
Beide Halterinnen kamen mit derselben Frage zu mir: Was ist da los?!
Wenn der Tierarzt nichts findet
Mir ist es an dieser Stelle wichtig, sehr klar zu sagen: Eine Tierkommunikation unterstützt Dein Tier auf vielfältige Weise – sie ist aber keine tierärztliche Diagnose. Sie ersetzt weder die tiermedizinische Untersuchung und Behandlung im Krankheitsfall noch ein liebevolles, bedürfnisorientiertes und strukturiertes Training.
Genau deshalb war für mich wichtig zu wissen, dass beide Hunde bereits gründlich von der Tierärztin bzw. dem Tierarzt durchgecheckt worden waren. Körperliche Ursachen für die Symptome konnten nicht gefunden werden.
Hier stellt die Tierkommunikation eine ergänzende Möglichkeit dar, um in den direkten Austausch mit einem Tier zu gehen und zu hören, was es selbst zu erzählen hat.
Was Shadow zeigen möchte
Shadow zeigt sich mir zunächst sehr vorsichtig. Er bleibt in einiger Entfernung stehen und beobachtet mich aufmerksam. Erst als ich ihm erkläre, dass sein Frauchen mich geschickt hat, weil sie ihn sehr lieb hat und möchte, dass es ihm gut geht, kommt er näher.
Im Laufe des Gesprächs entsteht das Bild eines sehr sensiblen, sanften Hundes, der sich neuen Menschen nur behutsam öffnet. Dann aber in einer berührenden Tiefe.
Als ich frage, was sein rechtes Hinterbein belastet, empfange ich ein Gefühl des Festgehaltenwerdens, des Ausgeliefertseins, etwas, das ihn am Bein festhält und zieht.
Ich vermute, dass es mit einem Ereignis aus seiner Vergangenheit zusammenhängt, das ihn „nicht loslässt“. Jedoch frage ich nicht tiefer nach, um nicht versehentlich ein altes Trauma neu aufzudecken, sondern fahre behutsam fort.
Um herauszufinden, ob er vielleicht Schmerzen hat, bitte ich Shadow um Erlaubnis, mich in seinen Körper einzufühlen. Das waren meine Empfindungen im Bodyscan:
Ich fühle mich klein und ausgeliefert und nehme ein Gefühl der Angst wahr, wie einen Kloß im Magen. Etwas oder jemand hält mein Bein fest, ich kann nicht fort. Schmerzen kann ich nicht wahrnehmen, aber mein ganzer Körper verspannt sich, vor allem im Rücken-, Nacken- und Schulterbereich.
Auch kommt es mir so vor, als sei Shadows Wurzelchakra aus dem Gleichgewicht geraten. Das Wurzelchakra steht unter anderem für Urvertrauen, Lebenskraft, Sicherheit, Erdung und Stabilität. Man könnte sagen, wer ein ausgeglichenes Wurzelchakra hat, steht mit beiden Beinen (oder allen Vieren) fest im Leben.
Im Anschluss an den Bodyscan begannen wir gemeinsam die eigentliche Arbeit. Shadow und ich bearbeiteten die Blockaden im Wurzelchakra und brachten seine Energie wieder zum Fließen. Wir lösten Schritt für Schritt die energetischen Verstrickungen, die ihn noch an das in der Vergangenheit Erlebte banden.
Ich übermittelte Shadow ein tiefes Gefühl von Sicherheit, Geborgenheit und Getragensein.
Alles was war, darf sein und wird gesehen.
Alles was war, darf losgelassen werden, darf gehen.
Bereits nach diesem ersten Lösen wirkte Shadow freier und fröhlicher. Und doch: Im weiteren Gespräch drehte er sich immer wieder zu seinem rechten Hinterbein um, als sei dort noch etwas herumgewickelt, was ihn störte. Bei genauerem Hinsehen wirkte es wie eine Art "Lichtschnur" auf mich, an der Shadow herumnagte, um sie loszuwerden und abzuschütteln.
Letztendlich dauerte der Lösungsprozess mehrere Tage, an denen Shadow und ich weiter an dem Thema arbeiteten, bis alle „Verstrickungen“ endgültig verschwunden waren.
Bucky: „Ich höre Stimmen"
Als ich Kontakt zu Bucky aufgenommen habe, nehme ich zunächst vor allem Emotionen wahr: Aufregung, Anspannung, ein Gefühl des Verlorenseins und das große Bedürfnis, zu gefallen und geliebt zu werden.
Auf die Frage, wie es ihm geht, weicht Bucky aus: „Was soll es bringen, darauf zu antworten?" Erst als ich ihm versichere, dass seine Menschen ihn wirklich sehr lieben und alles für ihn tun wollen, öffnet er sich allmählich, bleibt aber skeptisch: „Wollen sie das wirklich wissen? Auch, wenn sie mir nicht helfen können?"
Und schließlich: „Mir geht es nicht so gut. Aber ich will niemandem zur Last fallen."
Ich versichere ihm, dass er alles sagen darf, was er auf dem Herzen hat und dass seine Menschen alles in ihrer Macht Stehende tun werden, um für ihn da zu sein und ihm zu helfen.
Schließlich gibt Bucky sich einen Ruck, sieht mich intensiv an – und sagt:
„Ich höre Stimmen."
Das klingt unheimlich. Ich frage behutsam nach. Bucky beschreibt es so:
„Es ist ganz komisch, ich bin in einem Moment einfach da, also im Hier und Jetzt, unterwegs oder Zuhause, und im nächsten Moment ist es, als würde mich jemand am Schwanz ziehen und meine Aufmerksamkeit haben wollen."
Auf meine Frage, ob er wisse, was oder wer das ist, antwortet er:
„Ich glaube, es ist meine Vergangenheit, die mich einholt. Ich habe Angst, dass er zurückkommt, um mich zu holen."
In diesem Moment fügt sich für mich Vieles zusammen: Das Hecheln, das Klammern, das Aufschrecken, das ruckartige Blicken nach hinten… Bucky trägt all das mit sich, was ihn aus seinem alten Leben noch energetisch verfolgt – und versucht zu reagieren, ohne dass die Menschen um ihn herum die Quelle sehen können.
Bucky und ich gehen nun in einen intensiven Austausch. Ich sende ihm warme, schützende Energie, die ihn einhüllt und trägt und hält. Er ist in Sicherheit. Ihm kann hier nichts passieren.
„Ich möchte Dir jetzt etwas sehr Wichtiges sagen, Bucky: Es tut mir sehr leid, wenn Dir in Deiner Vergangenheit jemand wehgetan und Angst gemacht hat. Das war nicht richtig von dem Menschen. Und es ist ganz gewiss nicht Deine Schuld, dass das passiert ist! Du bist ein toller, liebenswerter und wirklich ganz wunderbarer Hund!“
Eine Flut aus Emotionen überwältigt mich, und ich lasse sie, stellvertretend für Bucky zu, bis alle Tränen geweint und alle Wut und Enttäuschung und Angst gesehen und anerkannt sind und losgelassen werden dürfen.
Der Puma und der letzte Lichtring
Was dann geschieht, überrascht auch mich in diesem Moment. Während wir gemeinsam die alten energetischen Verbindungen lösen, taucht plötzlich ein wunderschöner, starker Puma auf, der Bucky unterstützen möchte.
Er umrundet Bucky und hilft ihm, die Verbindungen zu trennen. Gemeinsam fauchen und knurren und beißen sie die Schatten der Vergangenheit, und Bucky durchbeißt viele seiner "energetischen Fesseln" selbst. Es tut ihm sichtbar gut, all seine aufgestaute Angst und Wut endlich herauszulassen.
Dann holen wir Buckys Lebensenergie zurück, die noch irgendwo in der Vergangenheit festhing, und durchtrennen alle Verbindungen, die nicht mehr zu ihm gehören.
Der Puma bleibt die ganze Zeit an Buckys Seite – und wird ihn von nun an als sein Krafttier begleiten.
Im Bodyscan, den ich anschließend mache, entdecke ich dann doch noch etwas: Einen feinen, eng anliegenden Lichtring an Buckys Schwanzwurzel. Eine energetische Anhaftung, die wir vorher übersehen hatten. Bucky knabbert ungeduldig daran herum, doch interessanterweise lässt sich dieser Ring nicht durchtrennen.
Als ich vorschlage, uns am nächsten Tag noch einmal zu treffen, um den Ring in Ruhe und mit neuer Kraft zu lösen, springt Bucky auf:
„Nein, ich will das jetzt gelöst haben. Es soll weg. Nichts soll mich noch daran erinnern."
Also bleiben wir dran. Der Lichtring ist wirklich hartnäckig! Es gelingt uns nicht, ihn zu durchtrennen, doch schließlich können wird den Ring abstreifen.
In den nächsten Tagen sehe ich noch ein paar Mal nach Bucky und arbeite weiter energetisch mit ihm. Der Lichtring ist zunächst noch zu sehen und hat sich wieder an Buckys Körper geheftet, wird jedoch zusehends schwächer, verliert an Helligkeit, wird durchsichtig und verschwindet schließlich ganz.
Anerkennen, lösen, zurückholen
So unterschiedlich ihre Symptome auch waren – Shadow und Bucky hatten eines gemeinsam: Sie trugen alte Erlebnisse mit sich, die noch nicht vollständig verarbeitet waren und die sie für mich als "Lichtschnüre" sichtbar machten.
Die energetische Arbeit ist bei jedem Tier individuell. Bei Bucky und Shadow zeigten sich jedoch Parallelen in ihrer Erfahrung, ihrem Empfinden und schlußendlich auch in der Lösung des Themas:
Anerkennen – Mitgefühl zeigen für die Erlebnisse und Empfindungen des Tieres, ohne es dabei zu bemitleiden. Dem Tier zeigen, dass das, was geschehen ist, nicht in Ordnung war. Dass es nicht seine Schuld war, was ihm widerfahren ist. In die Akzeptanz und Vergebung gehen.
Wichtig dabei:Ich gehe sehr behutsam vor und normalerweise nicht noch einmal konkret in die belastende Situation hinein. Ohne entsprechende Vorbereitung könnte das Wieder-Durchleben der Situation das Tier emotional sehr belasten oder sogar retraumatisieren. Es geht mir darum, dem Tier Raum zu geben, gesehen zu werden, ohne es zurück in den Schmerz zu schicken.
Lösen – Die energetischen Verbindungen, Verstrickungen, Loyalitätskonflikte o.ä., die ein Tier noch an das Erlebte oder bestimmte Personen seiner Vergangenheit binden, Schritt für Schritt auflösen. Immer mit dem Tier, nie an ihm vorbei. Beide Hunde haben im Prozess aktiv mitgeholfen.
Zurückholen – All jene Anteile der eigenen Energie, die vielleicht noch in der Vergangenheit „festhingen", zum Tier zurückholen und integrieren.
Was sich verändert hat
Beide Halterinnen haben sich nach unseren Sitzungen bei mir gemeldet – und beide haben dieselbe Beobachtung gemacht: Ihre Hunde wirken nach den Gesprächen lebensfroher, entspannter, mehr „bei sich".
Shadow kann seinen rechten Hinterlauf inzwischen wieder belasten und sich wesentlich besser bewegen als zuvor. Bucky kommt wieder zur Ruhe und kann sich zusehends entspannen.
Was bleibt
Solche Erfahrungen machen mich sehr dankbar und glücklich. Und auch ein wenig stolz. Nicht auf mich allein – sondern auf das, was möglich wird, wenn Tier und Mensch gemeinsam einen Raum öffnen, in dem alte Lasten gesehen und liebevoll verabschiedet werden dürfen.
Wenn Du spürst, dass Dein Tier Dir gerade etwas zeigen möchte oder Du Dir Unterstützung bei gemeinsamen Herausforderungen wünschst, begleite ich Dich gern.
Bitte beachte
Bei den in einer Tierkommunikation empfangenen Informationen handelt es sich um einen persönlichen Eindruck und keine ärztliche Diagnose. Die gewonnenen Erkenntnisse ersetzen keine medizinische, naturheilkundliche, verhaltenstherapeutische oder sonstige Untersuchung, Diagnose und Therapie durch Fachleute.
Auch ein liebevolles, bedürfnisorientiertes und strukturiertes Training kann durch eine Tierkommunikation nicht ersetzt werden. Im Krankheitsfall führt der Weg immer zuerst zur Tierärztin oder zum Tierarzt. Energetische Arbeit kann dann eine wertvolle Ergänzung sein – nie ein Ersatz.
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